CHEGEI depois um meio ano na Alemanha!!!


09.10.2006 - 25.03.2007
Unser Kontrastprogramm nimmt wirklich gar kein Ende. Nicht, dass es nur vom Innland an den Strand, vom Sightseeing zum beachen und von Norden nach Sueden geht, es geht auch von Armut zu Reichtum. Und jetzt sind wir gerade in einem der reichsten Gebiete Brasiliens gelandet und es kommt uns nicht wirklich vor, als waeren wir in Brasilien, denn hier ist es einfach viel zu europaeisch. Wir beide sind uns einig, dass es hier schoen ist, aber das uns der Norden, in dem es doch deutlich urspruenglicher und vor allem BRASILIANISCHER abgeht, besser gefaellt. Ein grosser Vorteil ist allerdings, dass wir mit Wertsachen herumlaufen und sogar unseren Fotoapparat auf offener Strasse zuecken koennen ;-).
Wir sind also am Montag, den 12.03. nach einer sehr kurzen Nacht, mal wieder, von Iguaçu nach Florianopolis geflogen. Im Gegensatz zu allen anderen Staedten in denen wir waren, hatten wir von hier weder eine Ahnung, wo wir hinwollen, noch, wie wir dahin kommen ;-) Wir landeten also und fragten einfach eine Touristeninformation, wo es denn hier auf dieser Insel am schoensten ist. Leider hatte die Frau nicht wirklich ne Ahnung und so beschlossen wir einfach mal loszufahren. Auf der Fahrt mit dem Bus, den wir 3 mal wechseln mussten, machten wir uns dann mal mit Hilfe des Lonely Planet und einem Plan der Insel ein Bild und beschlossen nach Barra da Lagoa zu fahren, was sowohl zwischen dem grossen See "Lagoa de Conceção" und dem atlantischen Ozean liegt. Wir kamen erst nach ca 3h an, was nicht an der Distanz, sondern eher an den sch.... Busverbindungen lag. Dort angekommen, hatten wir aber noch immer keine Ahnung, wo wir denn uebernachten sollten. Aber wie das so ist hier in Brasilien kamen direkt 2 maenner auf uns zu und fragten, ob wir eine Pousada suchen. Ich glaube nicht, dass man dazu viel denken oder schlussfolgern muss, denn was machen 2 europaeisch aussehende Maedchen mit riesigen Rucksaecken wohl sonst mitten auf der Strasse. Sie fuehrten uns zu einer Pousada, die direkt am Strand liegt, in der es zwar kein Fruehstueck, dafuer aber eine Kueche in dem kleinen Appartment gab. Nicht schoen, aber selten und da wir keine Lust mehr hatten zu suchen, nahmen wir das Zimmer. Zu unserem Pech zog auch noch der Himmel zu. Wir wurden echt schon seit einer Woche von Wolken verfolgt. An diesem Abend geschah ausser Essen nicht mehr viel, denn wir hatten eine kurze Nacht und einen langen tag hinter uns.
Am naechsten Tag war das Wetter sogar noch schlechter. Richtig dunkle, tiefhaengende Wolken. Da wir am Vortag gesehen hatten, wie lange es dauert mit dem Bus an den Ort zu kommen, an den man moechte, beschlossen wir uns ein Auto zu mieten, was auch prompt klappte. Wir mieteten es fuer 3,5 Tage fuer umgerechnete 90 Euro. Nicht schlecht, oder? Und vor allem war das ein cooles Auto und wir mussten es erst wieder am Freitag am Flughafen abliefern. Ich hab mich natuerlich gefuehlt, wie eine Koenigin, denn so ein schoenes Auto, nach all den Pickups und Kaefern, war ich schon seit fast 6 monaten nicht mehr gefahren ;-)
Wir beschlossen also an diesem Nachmittag in den Sueden der Insel zu fahren und packten unsere Badesachen ein. Los gings und es hat wirklich total spass gemacht zu fahren, auch wenn alle 300 m ein neuer bremshuegel ueberwunden werden musste. Wir fuhren bis ganz in den Sueden und schauten uns dabei alle Straende an, um dann zu entscheiden, an welchem wir uns niederlassen wollten. Der letzte Strand gefiel uns total gut, auch wenn das Wetter nicht so toll war und wir assen dort an einer STrandbar erstmal was. Als wir aber wieder raus kamen, hatten es schwarze Wolken geschafft den Himmel zu erobern und wir beschlossen an einen anderen Strand zu fahren. Ach ja, dazu ist vielleicht zu sagen, dass die gesamte Insel nur 50 km lang und vielleicht 20 km breit ist. AN dem schoenen Duenenstrand Joaquim liessen wir uns dann nieder und lagen einfach faul in der Gegend rum. Wir waren aber ueber das Wetter richtig sauer. Gegen spaet nachmittag fing es dann auch an zu regnen und wir kehrten zurueck in unser Oertchen.
Am naechsten tag sollte es dann in den Norden der Insel gehen. Nach einem ausgedehnten Fruehstueck in unserem kleinen Appartment schnappten wir freudestrahlend unsere Badesachen, denn die Sonne schien ;-) Juhu, braun werden, wie sich dann erst am Abend zeigte eher rot ;-) Aber wir fuhren los in Richtung Norden. Auf dem Hinweg machten wir es genauso, wie am Vortag und schauten uns die Straende an, um danach zu entscheiden. Je weiter wir kamen, umso touristischer wurde es auch, aber wirt fanden einen wunderschoenen STrand in einer Villengegend der ganz leer war und von Bergen eingerahmt (Jurêre Internacional). Hier breiteten wir uns aus. Leider gab es keine Sonnenschirme, aber da ein Lueftchen wehte und die Sonne ab und an von Wolken bedeckt wurde, merkten wir nicht, wie sehr sie brannte.... Wir blieben den ganzen Nachmittag dort, lasen und liessen uns die Sonne auf den Bauch scheinen (auf Sandras schien sie eindeutig zu lange ;-)). Gegen Abend traten wir den Rueckweg an und waren ziemlich erschossen vom vielen faul rumliegen ;-)
An unserem letztentag beschlossen wir es langsam angehen zu lassen und einfach mal faul an unserem eigenen STrand, der ja direkt vor der Nase lag, zu liegen. Nachdem wir also unsere Waesche abgeholt, gefruehstueckt und uns sortiert hatten, schafften wir es gerade noch die 3 Meter aus der Tuer bis zu einem Platz unter SCHIRMEN, denn ein Sonnenbrand reichte uns definitiv. Eigentlich wollten wir am Nachmittag in die Stadt Florianopolis fahren, aber es war einfach so gemuetlich am Strand und wir so faul, dass wir es dabei beliessen ;-)
Alles in allem also ein paar sehr relaxte Tage und morgen geht es wieder zurueck nach Rio, wo dann am Montag endlich die Sophie und am Dienstag Faisca ankommen werden, um mit uns ein paar Tage zu verbringen. Ich freue mich schon unendlich Sophie zu sehen und es ist ein komisches gefuehl, denn ich bin dabei mein Abenteuer zu beenden, waehrend sie ihres gerade erst anfaengt und was sie hier erleben wird, wird komplett anders sein, als was ich erlebt habe. Unsere Erfahrungen werden sich wohl in rein gar nichts ueberschneiden.... aber umso besser, da gibts mehr zu erxzahlen.
Also bis dahin meine Lieben. Wir druecken und kuessen euch.
Eure Backpacker
Nach ich weiss nicht genau wie lange (man verliert irgendwie das Zeitgefuehl) kamen wir am ersten Wasserfall des Tages an. Da die Sonne noch nicht draussen war und es verhaeltnismaessig kuehl war, wollten wir diesmal nicht baden - in der Hoffnung, dass unser Guide dies tun wuerde. Das hatte er dann auch vor, wollte uns aber vorher noch an eine Stelle bringen, von der aus man den Wasserfall gut fotografieren kann. Also ging es ueber und durch den Wasserfall auf die andere Seite. An einer Stelle muss man etwa einen Meter von einem Stein zum anderen springen. Unser Guide ging vor, um uns von der anderen seite helfen zu koennen. Tine sprang als erste - und rutschte irgendwie vom Stein ab. Wendal (unser Guide) konnte sie nicht halten und so fiel sie ins Wasser - ausgerechnet an einer Stelle mit relativ viel Stroemung. Zum Glueck hat sie sich am naechsten Stein festgehalten und kam aus dem Wasser gekrabbelt. Ihre erste Sorge galt ihrer Kamera, die in ihrer Bauchtasche mit ins Wasser gefallen war. Der Kamera gehts gut. Tine allerdings hatte ein dickes Ei an ihrem Schienbein, das bedrohlich schnell gewachsen ist. Also zum Kuehlen ins Wasser. Da sassen wir dann auf einem Stein mitten im Wasserfall und haben den Schrecken erstmal verdaut. Nach einem weiteren Joint fuer unseren Guide und genuegend Kuehlung fer Tines Schienbein ging es dann weiter. Ewig schoene Landschaften und kaum eine Menschenseele. Der zweite Wasserfall des Tages:
Eine kleine Premiere fuer Tine. Sie ist doch tatsaechlich durch Wasser, wo sie den Boden nicht gesehen hat, bis zum Wasserfall geschwommen... und hat es ueberlebt!
Eine der Gruppen, mit denen wir auch uebernachtet hatten, hat uns staendig ueberholt, und dann wir wieder sie. Bis auf eine weitere Gruppe, die uns staendig ueberholten und dann wir wieder die. Die waren vielleicht komisch. Durchgehend laut nur Bloedsinn labernd und Musik hoerend sind die den Berg runter gelaufen. Soviel zum Thema keine Zivilisation und so. Die haben echt eine Menge verpasst. Der letzte Wasserfall dieses Tages ist auch eine natuerliche Rutschbahn. Und sieht auch sehr beeindruckend aus. Als es anfing zu regnen, wappneten wir uns fuer den letzten Teil unseres Ausfluges. Irgendwann kamen wir mit wackligen Knien, schmerzenden Gelenken und voellig ausgepowert in Lençois an. Schnell noch eine Pousada fuer die Nacht besorgt und dann gings nur noch unter die Dusche und ins Bett. Wir haben geschlafen wie Steine.
2.3.:
An unserem letzten Tag haben wir dann schliesslich eine Tour mit dem Auto gemacht. In unserm Zustand genau das richtige, aber nicht das gleiche. War mehr sowas wie eine Kaffeefahrt. Man wird mit dem Auto zu irgendwas gefahren, guckt sich das an und steigt dann wieder ins Auto, um zum naechsten zu fahren. Auf dem Programm standen die Besichtigung einer Grotte, die Besteigung des Pai Inacio. (Kurzer Einschub von mir ;-): An diesem Foto koennt ihr genau sehen, was Sandra am liebsten macht. Sie haelt sich extrem gerne am Abgrund auf. Waere ich mein Vater, oder ihre Mutter, gewesen, dann waere ich wahrscheinlich ausgerastet ;-) )
Danach ging es noch eine Runde Baden. Zwei weitere Programmpunkte mussten wetterbedingt ausfallen. Nachmittags waren wir zurueck in Lençois und haben uns fuer die 6stuendige Busfahrt zurueck nach Salvador gewappnet.
Sooooooooooo, ich bin echt begeistert, wie schoen ausfuehrlich und lustig Sandra unseren Aufenthalt in der Chapada geschildert hat und ich kann allem nur beipflichten. Wir beide haben diese Tage trotz grosser Anstrengung wirklich in vollen Zuegen genossen.
Und das war erst der erste Streich und der zweite kommt sogleich.....
Dicke Kuesse von den Backpackern